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Massenspektrometrie-Studien zu HDAC und Delivery
Ein neuer massenspektrometrischer Rundblick, veröffentlicht in dieser Woche, zeigt Fortschritte bei der Biosynthese von Krebswirkstoffen, dem gezielten Nanopartikeltransport und der mitochondrialen Biologie, jeweils mit praktischer Relevanz für Forschung und Entwicklung in der Pharmaindustrie. Berichtet von The Analytical Scientist am 8. Juli 2026, zeigen die vier Studien, wie zunehmend anspruchsvolle Massenspektrometrie-Workflows die analytische Reichweite über biosynthetische Pfadentwicklung, intrazelluläre Nanopartikelverfolgung und bislang nicht nachweisbare Protein-Protein-Interaktionen hinweg erweitern.
Die kommerziell bedeutsamste Arbeit stammt vom Team um Greg Challis an der University of Warwick, das entschlüsselt hat, wie Bakterien aus einem gemeinsamen biosynthetischen Grundgerüst mehrere verwandte HDAC-Inhibitoren erzeugen. Am Beispiel von FR-901375, einem Depsipeptid, das mit dem zugelassenen T-Zell-Lymphom-Wirkstoff Romidepsin verwandt ist, zeigten die Forscher, dass die strukturelle Vielfalt von Docking-Domänen abhängt, die einen konservierten Kern-Biosyntheseapparat mit variableren cap-bildenden Enzymen verbinden. Das Team kombinierte Bioinformatik, In-vitro-Rekonstitution, AlphaFold-Modellierung und die massenspektrometrische Analyse intakter Proteine, um eine Docking-Interaktion zu definieren, die den Austausch von Intermediaten zwischen biosynthetischen Partnern ermöglicht. Nun plant die Gruppe, diesen Mechanismus zur Entwicklung neuer Krebswirkstoff-Kandidaten zu nutzen.
Eine separate Studie in PNAS beschreibt einen Nanozym-basierten Proximity-Labelling-Workflow zur Verfolgung von Nanopartikeln in lebenden Zellen und ist damit für die Entwicklung nanopartikelbasierter Wirkstoff-Freisetzungssysteme relevant. Unter Nutzung der peroxidaseähnlichen Aktivität von Eisenoxid-Nanopartikeln zur In-situ-Markierung benachbarter Proteine, gefolgt von LC-MS/MS, konnte die Methode zwei intrazelluläre Wege unterscheiden: mitochondrial adressierte Partikel zeigten eine 1,5-fache Anreicherung mitochondrialer Proteine, während nicht adressierte Partikel den lysosomalen Abbauweg einschlugen. Eine dritte Studie aus der Utrechter Gruppe von Albert Heck nutzte Crosslinking-Massenspektrometrie, um eine strukturelle Verbindung zwischen der ATP-Synthase und Enzymen des Zitratzyklus in Mäuseherz-Mitochondrien nachzuweisen.
Das kommerzielle Signal weist auf eine programmierbare Naturstoff-Biosynthese hin, die zunehmend in die klassische Wirkstoffforschung einzieht. Sollte sich das Docking-Domänen-Konzept aus Warwick auf weitere biosynthetische Systeme übertragen lassen, eröffnet es Wege zu maßgeschneiderten Bibliotheken naturstoffbasierter Wirkstoffe aus einer gemeinsamen mikrobiellen Plattform. Die Arbeit zum Nanopartikel-Proximity-Labelling schärft parallel dazu das analytische Instrumentarium für Entwickler nanopartikelbasierter Wirkstoff-Freisetzungssysteme, die sich zunehmend regulatorischer Prüfung ihres intrazellulären Verbleibs stellen müssen.
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