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Buffalo-Team nutzt blaue LEDs für einfachere Wirkstoffsynthese
Eine von der University at Buffalo geleitete Studie hat handelsübliche blaue LEDs und einen lichtaktivierten Katalysator eingesetzt, um komplexe wirkstoffähnliche Moleküle in weniger Reaktionsschritten aufzubauen als mit klassischen Methoden, und damit einen potenziellen Beschleuniger für die Wirkstoffforschung geschaffen. Die am 9. Juli 2026 in Science veröffentlichte und am 11. Juli von News-Medical berichtete Technik modifiziert in einer einzigen Reaktion zwei benachbarte Kohlenstoffatome, wo klassische Chemie nur eines verändert, und nutzt dabei weit verbreitete kommerzielle Bausteine.
Das Forschungsteam mischte handelsübliche Moleküle mit Kohlenstoff-Halogen-Bindungen, eine Chemie, die jedem Studierenden der organischen Chemie im Grundstudium vertraut ist, mit einem lichtaktivierten Katalysator. Unter Bestrahlung mit blauen LEDs wandelt der Katalysator die Moleküle vorübergehend in eine reaktivere Form um. Damit öffnet sich ein Zeitfenster, in dem neue Atomgruppen sowohl an den ursprünglich halogenierten als auch an den benachbarten Kohlenstoff angebunden werden können. Das Ergebnis sind zwei strukturelle Modifikationen aus einer einzigen Reaktion und damit die dreidimensionale atomare Komplexität, die in der modernen Wirkstoffentwicklung zunehmend über Potenz und Selektivität entscheidet.
Sichtbares Licht ist deutlich schonender als das ultraviolette Licht, das in vielen klassischen photochemischen Ansätzen verwendet wird und die organischen Zielmoleküle zersetzen kann. Die federführenden Autorinnen Patricia Z. Musacchio (Buffalo) und Jennifer Hirschi (Binghamton University) bezeichneten die Methode als Erweiterung dessen, was mit einem etablierten Baustein der organischen Chemie möglich ist, und als Reduktion des Kosten- und Zeitaufwands, der bislang für den separaten Aufbau jeder einzelnen Modifikation nötig war. Das Team, an dem auch das Worcester Polytechnic Institute beteiligt war, plant nun die direkte Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen, um das Verfahren auf konkrete Wirkstoffziele zuzuschneiden.
Das kommerzielle Signal betrifft die Reifung der Photokatalyse von einer akademischen Neugier zu einem praktischen Werkzeug der medizinischen Chemie. Schrittzahl und Kosten pro Verbindung bleiben zentrale Begrenzungen in der Wirkstoffforschung, insbesondere in CNS- und Onkologieprogrammen, in denen dreidimensionale molekulare Komplexität besonders zählt. Zu erwarten sind erste Adoptionen bei CROs und mittelgroßen Pharma-F&E-Teams, die synthetische Routen ohne teure UV-Infrastruktur verkürzen wollen.
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