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Hebrew University: Eisen als Signal bei felinem Hornhautleiden
Forschende der Koret School of Veterinary Medicine an der Hebrew University of Jerusalem haben in Gewebeproben feliner Corneasequester (Feline Corneal Sequestra, FCS) erhöhte Konzentrationen von Eisen und Brom nachgewiesen. Damit eröffnen sich neue Ansätze zur Erforschung der Ätiologie einer markanten Augenerkrankung, die häufig bei brachyzephalen Katzenrassen auftritt. Die am 4. September 2026 in Veterinary Ophthalmology veröffentlichte kleine Vorstudie stellt die erste publizierte biochemische Charakterisierung von FCS-Läsionen mittels Particle-Induced X-ray Emission (PIXE) dar.
Das Forschungsteam verglich Gewebeproben von neun Katzen mit FCS mit Kontroll-Hornhäuten von vier Katzen, die aus davon unabhängigen Gründen euthanasiert wurden. Mit Particle-Induced X-ray Emission wurden mehrere Elemente untersucht, darunter Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Schwefel und Zink; für keines dieser Elemente zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Eisen und Brom wurden hingegen in sämtlichen betroffenen FCS-Proben und in keiner der Kontrollhornhäute nachgewiesen. Dies deutet darauf hin, dass das Sequestralgewebe eine ausgeprägte biochemische Umgebung aufweist, die möglicherweise lokale entzündliche, oxidative oder degenerative Prozesse widerspiegelt.
Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Befunde keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein der Elemente und der Entstehung des FCS belegen; die Ablagerungen könnten ebenso erst nach einer Hornhautschädigung auftreten. Sie argumentieren jedoch, dass die Ergebnisse neue Forschungsrichtungen eröffnen und langfristig zur Identifikation neuer diagnostischer oder therapeutischer Zielstrukturen beitragen könnten. FCS zeigt sich klinisch durch eine charakteristische schwarz- oder dunkelbraunfarbene Verfärbung der Hornhaut, verursacht chronische Beschwerden und kann in schweren Fällen einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen. Die Befunde fügen sich in ein breiteres tierärztliches Forschungsfeld rund um Erkrankungen brachyzephaler Rassen ein und ergänzen die jüngeren Arbeiten des RVC zu Mops-Kreuzungen sowie die wachsende Evidenz zu tierschutzrelevanten Aspekten brachyzephaler Rassen.
Das kommerzielle Signal ist eine im Entstehen begriffene ophthalmologische Forschungslinie, die neue diagnostische und therapeutische Ansätze für ein häufig auftretendes felines Augenleiden erschließen könnte, insbesondere bei prävalenzstarken brachyzephalen Rassen. Der wachsende Tierschutzdruck bei brachyzephalen Rassen erhöht die kommerzielle Relevanz. Zu erwarten ist, dass IDEXX, Zoetis, Boehringer Ingelheim (Animal Health), Elanco und Antech (Mars Petcare) die Entwicklungen in der felinen Ophthalmologie-Diagnostik im Verlauf von 2027 aufmerksam verfolgen werden.
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