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Osaka-Team entwickelt CLiB-Assay für Lipidsensoren

3rd July 2026

Forschende der Universität Osaka haben eine Hochdurchsatz-Methode zur Entwicklung biologischer Sensoren entwickelt, die Lipidmoleküle in lebenden Zellen sichtbar machen. Der am 2. Juli 2026 in Nature Cell Biology veröffentlichte Cell surface Liposome Binding (CLiB)-Assay ermöglicht es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Tausende Proteinvarianten gleichzeitig zu testen. Damit adressiert die Methode einen langjährigen Engpass in der Lipidforschung und eröffnet neue Wege für die Werkzeugentwicklung in der Wirkstoffforschung bei Krebs, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen.

Lipidmoleküle bilden die Membranen jeder Zelle und werden zunehmend als zentrale Akteure in Krankheitsprozessen erkannt. Ihre Untersuchung im lebenden System wurde bisher jedoch durch die begrenzte Empfindlichkeit und Selektivität verfügbarer Nachweismethoden erschwert. Der CLiB-Assay setzt an diesem Punkt an und nutzt Hefezellen, Liposomen (mikroskopisch kleine Lipidbläschen) und Fluoreszenz-Auslesungen, um große Proteinbibliotheken auf Lipidbindungsaktivität zu durchsuchen. Das Osaka-Team verfeinerte auf dieser Plattform einen bestehenden Sensor in einem an gerichteter Evolution angelehnten Verfahren und erzeugte eine neue Sonde namens PX-SnxAGV, die PI(3,5)P2 nachweist, ein seltenes Signal-Lipid, das aufgrund seiner geringen natürlichen Häufigkeit bislang nur schwer zu detektieren war.

 

Im Einsatz in lebenden Zellen zeigte die Sonde, dass sich PI(3,5)P2 unter Stressbedingungen wie einem plötzlichen Salzanstieg in kleinen, klar abgegrenzten Membranbereichen anreichert. In Säugetierzellen, die Mikroautophagie durchlaufen, bei der Lysosomen beschädigte Zellbestandteile direkt aufnehmen und recyceln, war dasselbe Lipid an jenen Stellen konzentriert, an denen sich die Membran nach innen zu falten begann. Erstautor Taki Nishimura ordnet die Technologie als Beitrag zur Schließung einer systematischen Lücke in der Lipidforschung ein. Über die Grundlagenforschung hinaus wird der CLiB-Ansatz als Enabling-Plattform positioniert, mit potenziellen Anwendungen in KI-gestützter Arzneimittelentwicklung und krankheitsorientierter Membranforschung.

Die kommerzielle Relevanz liegt in der Enabling-Ebene. Da die Membranbiologie zunehmend zentral für Zielsetzungen in Onkologie, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen wird, gewinnen Werkzeuge, die bisher Unsichtbares sichtbar machen, für Wirkstoffforschungs-Pipelines an Bedeutung. Zu erwarten ist eine Adoption in akademischen und industriellen Laboren, wobei ein breiter kommerzieller Lizenzierungspfad vermutlich bei Anbietern von Werkzeugen und Reagenzien liegen dürfte, die ihr Hochdurchsatz-Screening-Portfolio weiter ausbauen wollen.

 

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